Verabschieden

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Bobbin

Verabschieden

Beitrag von Bobbin » Montag 4. September 2006, 13:45

Hallo liebe Leut,

leider ist auch meine Bulldogzeit vorbei - ich hab sie am Freitag zum Händler gefahren und abgegeben.

Sie hat mir immer gute Dienste geleistet und es ist mir schon schwergefallen.

Grund für den Tausch ist die MT01. Da gab es im August eine Aktion von Yamaha, die den Umstieg erschwinglich gemacht hat. Der Aufpreis, den ich zahlen musste, war grade mal die Differenz der Listenpreise ...

Klanglich nehmen sich die beiden nix, nicht zuletzt aufgrund der Modifikationen an der Bulldog (Krause 35mm, 135er Hauptdüsen, Luffideckel, K&N). Beim Drehmoment sind allerdings gewaltige Unterschiede :twisted:

Meine Beifahrerin klagt zwar bissel über die Hockhaltung hinten, allerdings ist der Sitz besser (zumindest beheizt :) ) und so das Mitfahren besser als bei der BT.

Grüße in der Runde - Bobbin.

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Axman
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Beitrag von Axman » Montag 4. September 2006, 15:09

Hi Bobbin,

schade, dass du uns verlässt...aber vielleicht schaust du trotzdem ab und an mal hier rein und erzählst uns deine MT01-Eindrücke wenn die erste Euphorie verflogen ist..

Das mit dem Drehmoment glaube ich dir gerne (wenn´s denn nur einen Zylinder-Kit mit 1600ccm für die Dogge gäbe..) das mit dem bequemeren Soziusplatz allerdings halte ich für ein Gerücht..

Viel MT01-Spaß und gute Fahrt

vom Axman


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MARS 22

Beitrag von MARS 22 » Montag 4. September 2006, 20:15

Hi Axman, nimmst Du die "jenseits-der-Euphorie-Eindrücke" auch von MIR (mit 26 Tausend MT-01 km)?

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Axman
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Beitrag von Axman » Dienstag 5. September 2006, 08:13

Hi Mars22,

aber klar doch, gerne..ist übrigens schön mal wieder was von dir zu hören...warst ja lange weg

Grüße aus dem Sauerland

vom Axman

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Heizkesseltreiber
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Beitrag von Heizkesseltreiber » Dienstag 5. September 2006, 09:12

MARS 22 hat geschrieben:Hi Axman, nimmst Du die "jenseits-der-Euphorie-Eindrücke" auch von MIR (mit 26 Tausend MT-01 km)?


@Mars22, kannste mir was über Vibrationen erzählen ? Ich wolle auch schon fast umsteigen auf die MT01, fand die ein geiles Spaßgerät und hätte fast meine Dogge abgegeben. Das Teil was ich zur Probefahrt hatte, hat aber dermaßen vibriert, das ich hinterher 2 Flaschen Rotwein gebraucht habe, um wieder ruhig zu werden. Hat mich echt enttäuscht. Klar, von der Leistung und vom Fahrverhalten her top.


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MARS 22

Beitrag von MARS 22 » Dienstag 5. September 2006, 09:16

Nicht ich war weg, Axel, das Forum war weg :P Lustig, dass ich gleich am ersten Tag gemerkt habe, als es wieder da war.

Also zur MT-01:
Laut Yamaha-Marketing soll die MT ja ein Sport-Motorrad sein. Das ist sie nicht. Auf der Rennstrecke hängt Dich jeder Vierzylinder mühelos ab. 150 nm Drehmoment ist toll, aber der Motor der R1 ist elastischer als der der MT, so dass man letzten Endes mit der MT mehr schalten muss als mit der R1.
Und für einen Sportler ist die MT zu schwer - in engen Kurven muss man turnen, wenn man das Tempo hoch halten will.

Als Touren-Motorrad ist die MT großartig, aber nur, wenn man ohne Sozia fährt. Dazu später mehr.

Aber für die Rennstrecke und für lange Urlaube zu zweit habe ich die MT nicht. Und dann gilt:
Es gibt keine Ernüchterung, auch nicht nach so vielen KM. Die Technik ist immer noch so gut wie am ersten Tag. Zubehörteile vibrieren schnell ab (auch original-Yamaha-Zubehör); es gab bei den ersten 5000 Stück einen Austausch der Benzinpumpe - aber das war es schon. Die ersten MT-Fahrer haben jetzt mehr als 30 Tkm gefahren und keinerlei Probleme. Ein Fahrer aus Rostock hat bis dahin insgesamt 800 Euro für die Wartungen ausgegeben - that`s all (in Mannheim wäre es mehr, aber ich habe beim Kauf 3 Jahre Service incl. ausgehandelt).

Das Konzept der MT (wenn man sie als Roadster sieht, und nicht als Sportler) funktioniert genauso wie das der Bulldog. Die Droge wirkt. Sie macht auch nach so vielen km sehr viel Spaß. Ich bereue den Wechsel nicht, weil ich damit eben doch wesentlich schneller fahren kann, als mit der Bulldog. Fahrwerk-bedingt, nicht nur PS-bedingt. Das Fahrwerk ist mustergültig - nicht zu erschüttern und extrem vertrauenerweckend. Ich komme an die Grenzen der Schräglagenfreiheit der MT, die Reize ich aus. Aber noch schräger will ich garnicht - meine eigenen Grenzen sind da erreicht.

Als die Hauptschwäche der Bulldog sehe ich ihren weichen Rahmen. Deswegen würde ich es nicht für eine gute Idee halten, einen 1600 Kubik-Motor in die Bulldog zu pflanzen - man würde nach wie vor durch schnelle Kurven mehr eiern als fahren. Über das konstruktionsbedingte Aussehen der MT mit ihrem Druckgussrahmen kann man streiten - aber er bleibt steiff, und das macht sich bemerkbar! Man fährt wie auf Schienen, egal wie der Straßenbelag ist. Und es gibt kein Nach-Innen-kippen wie bei der Bulldog, wenn man sehr schräg fährt.

Ich war mit der MT in Spanien und in Kroatien - 3000 bzw. 5000 km in je einer Woche. Das geht tadellos. Das Gepäck muss ich dann in eine Rolle stauchen, die quer über den Beifahrersitz gespannt wird (mit Schlaufen, die unter dem Sitz verborgen sind). Aber ich nehme für sowas keine gebügelten Hemden mit.
Eine Sozia hat auf einer Tour mit Gepäck keinen Platz. Das ist einfach so, Punkt.
Ohnehin ist der Sozia-Sitz bedingt durch den kleinen Kniewinkel kein Langstreckenplatz, insbesondere für größere Frauen. Aber ich habe weniger Beschwerden von Sozias bekommen als bei der Bulldog, weil die Sitzbank breiter ist. Mit Bagster-Sitzbank ist die Bulldog für lange Touren mit Sozia besser, wegen Kniewinkel und weil man an ihr Koffer o.ä. anbringen kann.

Ich kann nicht sehen, dass ich die MT jemals wieder verkaufen werde, weil ich kein Bedürfnis habe schneller zu fahren, als damit geht - und sonst gibt es keinen Grund. Höchstens stelle ich mir noch einen soziatauglichen Langstreckentourer dazu.

Es geht das Gerücht, das die MT mangels Markterfolg nächstes Jahr nicht mehr gebaut wird. Das wäre jammerschade, denn sie ist eine Fahrspaßmaschine wie wenige.

Nachtrag für Heizkesseltreiber:
Die MT lebt unter Dir. Du merkst jederzeit dass sie da ist und dass sie arbeitet. Sie bockt und brüllt und schüttelt sich. Das muss man mögen. Ich mag es nicht nur, ich liebe es! Das ist die Hälfte des Spaßes!
Die Vibrationen sind gut. Im ersten Moment wirkt die MT sehr hart und rauh, wenn man die Bulldog gewöhnt ist, was auch an den Vibrationen liegt.
Aber es sind good Vibrations! Es gibt keine tauben Hände und Füße wie z.B. bei der BMW GS und bei vielen Vierzylindern. Wie gesagt: 5000 km in 8 Tagen - kein Problem.

Fazit: Die Bulldog ist der bessere Allrounder, die MT bietet ein intensiveres Fahrgefühl.

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Axman
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Beitrag von Axman » Dienstag 5. September 2006, 10:02

Moin nochmal,

ja das nenne ich mal einen fundierten Fahr- und Erlebnisbericht..danke dafür..

Die MT01 habe ich mal einen Tag lang gefahren und sie hat mir gut gefallen - vor allem das Fahrwerk und der Bums von unten - aber es war eben nicht so wie damals bei der Dogge..dieses unbedingte habenwollen..

Und doch habe ich einen neuen zweizylindrigen Favoriten (den ich jetzt schon zum zweiten Mal probegefahren bin.. :cool) )

Moto Morini Corsaro...zum niederknien schön - vor allem in Rot/Silber mit rotem Gitterrohrrahmen, ein Fahrwerk wie ich es bisher noch nie an einer Serienmaschine "erfahren" habe, Leistungsdaten jenseits von Gut und Böse, relativ erschwinglich und ausserdem komme ich immer mehr zu der Einsicht, das in die Garage auch noch einzweites Motorrad passt.. :wink: :cool)

Grüße aus dem Sauerland

vom Axman


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MARS 22

Beitrag von MARS 22 » Dienstag 5. September 2006, 10:14

Auch nicht gerade ein Alt-Herren-Motorrad...

Ich persönlich kann diesen Gitterrohrrahmen von der Duc nicht mehr sehen und traue italienischen Mopedbauern bez. der Zuverlässigkeit und Wartungskosten nicht, aber sonst ist vieles daran sehr schön, und sie verspricht viel Fahrspaß!


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Bobbin

Beitrag von Bobbin » Dienstag 5. September 2006, 11:56

Hallo Axmann, sicher werde ich dableiben. Ist doch eine nette Ecke hier.

Der Bulldog kann ich keine direkte Schwäche nachsagen. Bevor ich in den Grenzbereich des Moppeds gekommen wäre, bin ich in meinen eigenen gekommen. Und mehr als Fußrastenschleifen hab ich auch nicht gebraucht.

Die MT hat ein sehr schmales Drehzahlband. Leerlauf ist bei 1000 upm, zwischen 1500 und 2000 Upm ist sie mit Vorsicht zu fahren, da der Antrieb zum Schwingen neigt. Und in der Einfahrzeit soll man nicht höher als 2800 Upm drehen ...

Das Getriebe kracht heftig. Die Gänge sind schnell und exakt drin. Die Getriebeabstufung passt gut; man ist immer erstaunt, doch noch einen Gang zu finden. Der fünfte hat bei 130 grade mal 3000 Upm drauf - sehr nett.

Die Kette ist natürlich bissel die Archillesferse. Bei 100 Leute gibts mindestens 120 Rezepte zur Schmierung. Andererseits, wenn der gesamte Kettensatz bei 20 Tkm zu wechseln wäre (was er nicht ist), könnte ich trotzdem knapp 10 Jahre damit fahren.

Die Urinbecher am Lenker laden zum Wechseln ein - allerdings ist das Feld vernünftige Hebeleien am Lenker ein weites, was durchaus gut teuer werden kann. Die Radialpumpe für die Vorderradbremse hat einen 16mm Durchmesser, was zwar einen guten Druckpunkt, aber höhere Handhebelkräfte als bei der Bulldog heisst.

Der Sound a'la Krause (eher dumpfer) würde mir gut gefallen, allerdings gibt es da nix.

Auf der Bulldog hatte ich den Dunlop drauf, der Hinterreifen war nach 8Tkm runter. Meckern konnte ich über die Reifenqualitäten nicht - das leichte Schmieren auf mit Bitumen zugeschmierten Straßenschäden dürfte jeder Reifen haben. Die 2005er Modelle haten ja den Metzeler Z3, der zu weich gewesen sein soll. Die MT hat den Z4. Das Profil sieht nicht so toll aus, aber schlecht soll er nicht sein.

Für den Soziusplatz kann ich wirklich nur die Meinung meiner Sozia wiedergeben - selber bin ich bei mir noch nicht mitgefahren :-D mein Frauchen hat immer rechts vorbeigeschaut, und hatte bei Rechtskurven immer Angst runterzufallen. Dadurch, dass ich bei der MT mehr nach vorne geneigt bin, sieht sie hinten mehr und es ist für sie angenehmer. Der Kniewinkel ist natürlich nicht so dolle, aber mein Frauchen ist nicht allzu groß gewachsen, da geht es so.

Die Morini hab ich mir angeschaut, und sie gefällt mir nicht so gut. Sie ist nicht einzylindrig genug :lol:

Gruß Bobbin.
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MARS 22

Beitrag von MARS 22 » Dienstag 5. September 2006, 12:25

Oh oh - das klingt mir doch eher nach Bauchschmerzen. Hat da jemand das falsche Moped gekauft? Doch eher eine Einzylinder-Maschine, Bobbin? Die MT hat nämlich auch zwei :lol:

Ich muss jedenfalls an 2 Stellen widersprechen: Der Antrieb schwingt nicht (was ist das?) sondern hackt unter 2000 u/min an der Kette. Das liegt daran, wie die Lambdasonde regelt um die Abgasvorschriften einzuhalten. Ab 2000 Touren liegen 140 Nm Drehmoment an - wozu soll man unter 2000 Touren fahren? Um weniger Drehmoment zu haben?

Kette hält locker 30000 km und kostet dann 150 Ocken - wieso Achillesferse?

Für den Sound (der auch mit Original-Auspuff sehr gut ist) gibts Akrapovic-Tüten. Geiler geht nicht. Der Sound ist aber, wie Du sagst, etwas schärfer als bei Krause-Bulldog und lauter.

Z4 taugt nach einhelliger Meinung aller MT-Fahrer im Forum nichts, Pilot Road oder Pilot Power und einige andere sind gut auf der MT.


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Bobbin

Beitrag von Bobbin » Dienstag 5. September 2006, 14:05

Oh oh - das klingt mir doch eher nach Bauchschmerzen. Hat da jemand das falsche Moped gekauft?
Nein, nein, ich bin voll zufrieden.
Es gibt Einzylinder mit 220 mm Durchmesser und 250 mm Hub, allerdings nur als Zweitakter, Diesel und natürlich vier Räder. Aber Maximaldrehzahl 850 Upm, das hat doch was.
Der Antrieb schwingt nicht (was ist das?)
Er oszilliert. Das ist so, als täte er hacken, aber nicht nur einmal. :roll:
Das passiert, wenn man mit dem Motor bremst und nachher, ohne zurückzuschalten, wieder beschleunigen will. Da hackter dann halt, und hackt und hackt ... er _schwingt_
Gibts da was, dass das besser wird?
wieso Achillesferse?
weil halt der Kardan komplett wartungsfrei ist - schon vergessen??!
gibts Akrapovic-Tüten
wie Du schon schreibst, muss das heftig sein. Und mir würde in bissel dumpfer schon reichen.

Gruß Bobbin.


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MARS 22

Beitrag von MARS 22 » Dienstag 5. September 2006, 14:30

Schau mal im MT-Forum. Power-Commander rein, dann läuft der Motor auch unter der Spaßgrenze so weich wie es eben geht bei Schlägen von Kolben dieses Kalibers.

Bedenke: Du tust der Kurbelwelle keinen Gefallen damit. Harleys glänzen traditionell mit kaputten Kurbelwellenlagern durch zu niedrige Drehzahlen.

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Axman
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Beitrag von Axman » Dienstag 5. September 2006, 14:54

und nochmal hi Bobbin,

wenn dich die Kette stört, es gibt bereits einige Zahnriemen-Umbauten...ist zwar nicht billig ( ist die MT01 ja auch nicht!) aber du brauchst nie mehr schmieren - und das Kettenfett-abputzen auf den rauhen Felgen fällt auch weg :)

Das "hacken" auf die Kette bei untertourigem fahren hat mich auch gestört..allerdings tat das meine KTM auch...und runterschalten hilft dann ungemein :wink: allerdings hätte ich von so einem großvolumigen Motor mehr Durchzug erwartet..

Die Moto Morini tut das übrigens selbst bei provozierter Langsamfahrt nicht..und das hat mich dann wirklich gewundert..

Grüße aus dem Sauerland

vom Axman


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MARS 22

Beitrag von MARS 22 » Dienstag 5. September 2006, 15:18

Kleiner Tip für die MotoMorini: Kettenfett abputzen brauchst Du mit DryLube - das ist TeflonSpray - auch nicht mehr :wink:


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Bobbin

Beitrag von Bobbin » Dienstag 5. September 2006, 16:46

es gibt bereits einige Zahnriemen-Umbauten
danke, ich weiss. Kardanumbau bietet leider keiner.

Im Ernst, ich kann mit der Kette leben. Es ist halt nicht alles vollkommen.

Den Durchzug finde ich in Ordnung; nur dieses unkultivierte Laufen untenrum. Aber wie MARS gesagt hat, liegt es an der elektronischen Regelung.

In dem Bereich konte man halt mit der BT noch gut fahren. Nur ganz sanft Gas gegeben, bis die Drehzahl langsam hochkam. Das mit dem PC überleg ich mir aber heftig. Das Teil ist gut teuer.

Gruß Bobbin.

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