von BulldogAC » Mittwoch 14. Januar 2009, 02:08
Hallo Eddie,
es sieht nur so aus als ob ich noch aus den Anfangstagen der Motorisierung stamme. So alt bin ich aber nun auch noch nicht. Irgendwo stehts auch mal geschrieben, Baujahr 1955.
Hier auf dem platten Land waren Motorräder und Roller oft noch Familienfahrzeuge. Man kannte im Dorf und im Nachbardorf jeden. Die Begrüßung war schon richtig.
1973 gab es noch keine Pflichtstunden. Auch gab es keine Anforderungen an Fahrschulmaschinen. In der Fahrschule hätte ich eine NSU Max fahren, aus damaliger Sicht, müssen, aus heutiger Sicht dürfen. Da war mir Vaters Honda CB 250 schon lieber. Obwohl zu der Zeit aus Vaters und Mutters Fuhrpark (ich entstamme einer Uraltrockerfamilie) noch die Adler, die BMW, die Max und die Zündap fahrbereit waren. Adler und Max existieren noch heute und sind noch zugelassen. BMW und Zündap sind bei Fahrversuchen leider unbrauchbar geworden und beim Schrotthändler gelandet.
Wäre die Fahrschulausbildung damals besser gewesen, wer weiß, vielleicht hätte ich dann den schweren Unfall 1976 nicht verursacht. Da bin ich mit über 100 km/h auf ein stehendes Auto so aufgefahren, dass das Motorrad mit dem Sturzbügel den Wagen von hinten bis vorne aufgerissen hat. Vor dem Auto ist die Honda umgekippt. Der Unfall ist am Samstag passiert, am Mittwoch lief die Honda wieder, nur ich nicht. Ich bin mit dem Knie am Kofferraumdeckel hängen geblieben, vom Moped abgeflogen aufs Auto, hab die Heckscheibe durchschlagen, das Dach verbeult die Frontscheibe zerstört und anschließend zwei nicht gerade dünne Zaunpfähle übergebrochen. Nur Dank eines sehr guten Helmes (Römer Integral mit ONS und OMK Zulassung) hab ich überlebt ohne Kopfverletzungen. Das linke Bein einschl Hüftgelenkt und Becken. wurde in zusammen 14 Stunden OP wieder zusammengeflickt. Im Hüftgelenk sind bis heute noch Metallteile verbaut. Da muss bald was dran gemacht werden. Kann sein, dass ich deshalb beim nächsten Stammtisch nicht komme. Übrigens, der Unfallhelm liegt immer neben meinem aktuellen Helm. Ist heilsam, vor jeder Fahrt muss ich mir den ansehen.
Eddie, versteh mich bitte richtig, ich will Dich hier nicht maßregeln. Irgendwie kams mir beim lesen wieder hoch, ich mußte es einfach mal schreiben. Wenn hier im Forum von "Fahrleistungen" berichtet wird oder von Helmbearbeitungen, in diesem Forum eigentlich so gut wie nie aber z.B. im Fazerforum, dann könnt ich manchmal draufschlagen. 1978 ist mir ein Motorradfahrer auf freier Landstraße ohne jeden erkennbaren Grund auf meinen Anhänger am Traktor aufgefahren. Eigentlich nicht mal heftig. Er trug einen Hollandbillighelm den er selbst gestaltet hatte. Der Helm ist geplatzt und hat die Wirbelsäule in Höhe des 3. Halswirbels verletzt. Weitere Verletzungen hatte er nicht, aber querschnittgelähmt.
So, jetzt aber Schluss. Kannst auch jetzt ruhig über mich als Geiersturflug lästern, ich bin dabei und hau zurück auf ungefährliche Aludeckelchen und Schräubchen.
Gruß
Heinz